Panorama-Nachrichten – Dezember 2020

Wie es Bisiwätter[1]
Rundbriefbeitrag von Joschua, 27 J.

In den hinter uns liegenden Monaten fanden die Dreharbeiten einer neuen Folge der Spielfilm-Serie „Viereint geht’s besser“ statt. Ich selber durfte bei vielen Drehtagen dabei sein – als Schauspieler und/oder Techniker in Sachen Ton und virtuelle Effekte.

Aufgrund der Corona-Situation war es nicht möglich, die Nachvertonung des Spielfilmes zentral in den Tonstudios unseres Medienzentrums durchzuführen. So vertonten wir den Spielfilm mit 17 Tonstudios, verteilt auf den gesamten deutschsprachigen Raum, mit ca. 50 Sprecherstimmen, nach und erlebten dabei richtig Schwarm-Power! Ruth, unsere bewährte Regieassistenz, und ich formierten uns im Vorfeld immer wieder – mit allen beteiligten Koordinatoren und Technikern, und durften richtig organisch zusammenwirken. Es ist interessant, wie uns diese Strippenzieher der neuen Weltordnung mit ihrer Corona-Agenda nur noch mehr als Organismus zusammenschweissen und in Fahrt bringen 🙂 .

Was mich in dieser gemeinschaftlichen Herausforderung durchgetragen hat, war ein Impuls, den wir als ganze OCG in dieser Zeit verfolgen: Lehnen wir uns einfach gegen diese harten Corona-Bestimmungen auf – so wie kleine Rebellen oder Masken-Verweigerer? Nein, es geht doch wieder darum, die Menschen zu berühren, zu gewinnen. Es geht um dieses Hirtenherz, diese „bedingungslose, sich selbst aufopfernde Hingabe an Gott und Mensch. Eine innerste Bestrebung, jeden Menschen vollkommen in Christus zu vereinigen …“ (Buch von Papa: „Apostolisch Beten“, Kap. „Die Breite, Länge, Höhe und Tiefe“)

Diese Zeilen sprachen sehr zu mir und visionierten mich ganz neu für diese Hingabe für das Gesamte, dass jeder Mensch tiefer in Christus hineinkommt! Also achteten wir in jeder Zusammenführung – sei es bei 3D-Animationsprojekten oder der Nachvertonung – besonders darauf, wer wo seinen Platz hat, und blieben so lange stehen, bis wirklich jeder mit Freude diese Funktion einnehmen konnte, die für ihn und das Gesamte die passende war. Zum Beispiel spürte jemand, dass er sich immer gerne im Windschatten seines Bruders bewegte und spürte grosse Motivation, selber die Verantwortung über ein ganzes Tonstudio zu übernehmen, damit sein Bruder mich in der überregionalen Koordination unterstützen konnte. Beim Animationsprojekt erlebte ich, dass jemand lernen durfte, gewisse Lasten rechtzeitig und freimütig wieder auf andere Schultern zu verteilen, anstatt in eigener Kraft „für das Gesamte etwas durchzuziehen“, obwohl gar nicht mehr die echte Freude drin war. Nur in dieser Herzensausrichtung, dass jeder Mensch vollkommen in Christus dargestellt wird, durften wir gemeinschaftlich in unsere Funktionen eingehen!

Interessanterweise erlebten wir gerade im Angesicht der sich krass zuspitzenden Weltlage (Impfzwang, digitale Identität, Versammlungsverbot, etc.) die schönsten Dinge gerade in der Herzens-Identifikation mit den kleinsten Unruhen. In einem unserer Studios merkten wir, dass die Mikrofonspinne (spezielle Gummiband-Aufhängung) auseinandergefallen war. Das Mikrofon wurde zuvor an einem anderen Ort eingesetzt und eine winzig kleine Schraube fehlte seit unbekannter Zeit. Obwohl wir zeitlich unter Druck standen, stieg mir der Impuls hoch, jenen Raum nochmals nach dieser winzigen Schraube abzusuchen, bevor wir hier etwas zurechtbasteln würden. So suchten wir den Raum nochmals minuziös ab und fanden sie tatsächlich in einer kleinen Ritze unterhalb des Teppichs. So bauten wir die zerfallene Spinnen-Halterung wieder zusammen, welche neu 150 € kosten würde. Wir achteten nebst allen technischen Vorbereitungen besonders auf die Details. Jeder Teppich, den es beim Öffnen der Türe einklemmte, wurde gespannt und
beschwert, fehlende Computerfüsschen ersetzt, Abfalleimer platziert usw. Gerade durch die echte Hingabe im Kleinsten erlebten wir dann am grossen Nachvertonungstag einen grossen gemeinschaftlichen Strom und es floss wie ein „Bisiwätter“! Ich freue mich sehr auf jedes weitere Übungsfeld, um in dieser selbstlosen, gesamtorientierten Liebe zu erstarken – angefangen im Kleinsten, bis auch die grossen Weltprobleme „wie es Bisiwätter“ überwunden werden!

euer Joschua

[1] … es Bisiwätter: Schweizer Ausdruck für „schnell, rasant, ungestüm“

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