Satire: Eindeutig-zweideutig:

„Laaangsam ins (5)Gras beißen“

– Joschua Sasek

30. März 2019

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Eine Weltneuheit. Ein ganz neues Business. Ein Bürger, der nach unzähligen Neuanfängen und verschiedensten Branchen eine neue Firma gründet: Firma Exitus – die Lösung für ALLES. Was genau steckt dahinter? Sehen Sie Joschua Sasek mit seiner neuen Folge von „Eindeutig ‒ Zweideutig“…

Impressionen:

Eindeutig-zweideutig: „Laaangsam ins (5)Gras beißen“ (Joschua & Franky)

Ich präsentiere Euch heute eine Weltneuheit. Ein komplett neues Business, das seinesgleichen sucht. Doch mehr dazu später. Ich hole jetzt die Vorstellung etwas nach, erkläre meine Laufbahn, woher ich komme und was ich schon alles so auf dem Kerbholz habe. Und zwar: Ursprünglich war ich Hochzeitsplaner, bei den heutigen Scheidungsquoten könnt ihr Euch vorstellen, hatte ich irgendwann nur noch Stammkunden. Und da habe ich mir gesagt: „Okay, heiraten geht mehrmals. Aber – man stirbt nur einmal im Leben.“ Eines Tages werde ich die Firma „Exitus GmbH“ gründen. Ein fixer Entschluss, doch dazu kam es erst in jüngster Vergangenheit. Und was es ist, dazu später mehr.

Ich hatte dann ein paar Umwege. Ich versuchte mich als Arzt. Und da hatte ich immer dieselben Diagnosen zu stellen: „Lieber Patient, Sie sind mobilfunkgeschädigt und das ist wirklich traurig, Sie haben Krebs und Alzheimer.“ Aber die Antwort war immer der gleiche Stereotyp: „Alzheimer – solange es nicht Krebs ist.“ Ich bin da konsterniert, ich musste die Branche wechseln. Da habe ich mir gesagt, ich werde Finanzberater. Und dann habe ich die Leute motiviert, dann habe ich gesagt: „Leute, kauft Aktien bei Firmen, die Wattestäbchen produzieren.“ Ihr fragt Euch sicher, weshalb Wattestäbchen? Wenn wir mit der 5. Mobilfunkgeneration die Bienen ausgerottet haben, werden wir mit den Wattestäbchen selbst die Blüten bestäuben. Hier noch mal kurz: die Leute – anfangs waren sie dabei – haben sie mich nachher rausgeekelt und ich musste es auf einer neuen Branche versuchen. Ich muss noch anfügen, was die Bienen betrifft: Die Mobilfunkgrenzwerte sind billionenfach höher angesetzt als die natürliche Strahlung. Und die, natürlich, die vertragen die Bienen. Ich selbst bin mitschuldig an den Grenzwerten, denn ich war damals Forscher beim ICNIRP – das ist ein privater Verein, der diese Grenzwerte festgelegt hat. Und hat natürlich nur die thermische Auswirkung auf totes Gewebe [untersucht, d.Red.]. Meine Aufgabe war es in diesem Labor, dieser Laborleiche vor der Testbestrahlung das Fieberthermometer in den Hintern zu schieben. Und das war mir zu eklig. Aber zu den Grenzwerten noch kurz: Die Grenzwerte taugen genauso viel die Grenzwerte meiner Frau, wenn es um Süßigkeiten geht.

Ich hatte [mich, d.Red.] dann als Agent versucht, meine eigene Foltermethode entwickelt, wie man hier sieht und damit habe ich jeden Spatz zum Pfeifen gebracht. Doch die Methode war zu brutal für meine Vorgesetzten. Ich musste erneut die Branche wechseln und versuchte es danach auf die etwas softe Tour, als Dichter. Ich habe den Eindruck, grad so spontan, dass Ihr das irgendwie hören wollt. Ein kleines Goldnugget aus meiner künstlerischen Schatztruhe. Ich muss mich kurz erinnern. Ja, das war zum Beispiel: „Es verklumpt das Blut, obwohl das Herz pumpen tut.“ „Am Geldrolleneffekt, ist schon manch einer verreckt.“ Auch das hat also beschränkten Erfolg gehabt und dann habe ich mir gesagt, ich muss wieder die Branche wechseln, ich muss mich entfalten und natürlich das Produkt all dieser Reifestufen ist natürlich die Firma Exitus GmbH, ich komme darauf noch zu sprechen, bleibt also dran.

Ich habe mir gesagt: „Also, okay, ich gehe in die hohe Politik.“ Habe einen Steilaufstieg erlebt und eines Tages die vier, nebst mir, mächtigsten Männer der Welt eingeladen zum „G5-Gipfel“ über 5G. Auch vergeblich, wie ich später festgestellt habe. So sahen übrigens meistens die Sitzungszimmer aus. Habe ich mir gesagt, habe ich gemerkt: Donald Trump hat scheinbar schon bei seinem Wohnort Palm Beach ein Verbot auf die Installation von Mobilfunkantennen verhängt. Also war das nicht mehr nötig bei meinem G5-Gipfel zu erscheinen. Doch dazu muss man nicht Präsident sein, um so was hinzukriegen. Es gibt auch Promis, wie in Baden Württemberg – golem.de hat das kürzlich berichtet – dass ein Promi durch seine Connections eine Antenne einfach demontieren ließ. Und ihr ahnt es, als nächstes versuchte ich es als Promi.

Und nach all diesen turbulenten Zeiten, die beschränkten Erfolg hervorbrachten, sagte ich mir: „Ich gehe auf die entspannte Tour jetzt nach Den Haag.“ Hab bisschen Vogelfutter produziert, dachte einfach: entspannen, kleines Einmann-Unternehmen – und dann kamen die 5G-Tests. Und dann stand ich wieder auf der Straße. Jetzt kann man sich natürlich streiten – hängt das Vogelsterben wirklich mit den 5G-Tests zusammen? Für mich damals als Obdachloser war nur etwas von Bedeutung: Es gab grad genug niedergegartes Vogelfleisch.

Ich hatte ein paar weitere Sachen versucht, letztendlich bei Kla.tv mich gemeldet, was macht mehr Sinn als das. Da wurde ich Moderator, durfte ein Interview führen, im letzten verbliebenen Funkloch Deutschlands. Es war etwas zugeschneit und wie das so ist, bei den Leuten, die mich schon etwas kennen, war das nicht ganz einfach dieses Interview zu führen. Es ist in die Hose gegangen und dann hatte ich mir gesagt, ich versuche es als Beamter. Und das ist dann bald der letzte Zwischenhalt. Lieber fünf Stunden im Büro als gar keinen Schlaf. Doch an der Wand, ihr seht es, ein WLAN-Router, ich habe kein Auge zugetan. Und irgendwann war ich dann, wie gesagt, genug reif, um diese Idee umzusetzen. Firma Exitus GmbH, die Katze muss langsam aus dem Sack. Ich habe sogar einen ersten Angestellten, welchen ich nachher gleich auf die Bühne bitte. Er ist Totengräber, ich bitte meinen ersten Angestellten Mr. Grave auf die Bühne.

Mr. Grave: „Wow, so viel potenzielle Kunden. Wir bieten die ganze Palette der Exitus-Möglichkeiten. Vom beschädigten Fallschirm bis zum langatmigen, qualvollen Erdrosseln … denn Elektroschock und Brücken-Jump ist out, langsam ins Gras beißen, das ist in.“

Ein Beispiel, es geht eigentlich darum, alle derzeitigen Trends in den Schatten zu stellen. Zum Beispiel, wenn man sich über tausende Stiche hinweg ein Tattoo machen lässt, schmerzhaft natürlich, ist das schon Schnee von gestern. Auch über 608 Seiten sadistische Erzählungen vom Buch „Fifty Shades of Grey“ zu lesen, das ist überholt. Es geht um mehr. Ich bitte um etwas peinigende Musik…Frank.

Mr. Grave: „Wir sind auf endloses Leiden spezialisiert und garantieren einen langen Leidensweg.

Es gibt auserlesene Methoden, um in ganz kleinen Raten ins Jenseits hinüberzugleiten… Eine Kostprobe gefällig?“

Wir mieten Ihnen ein Häuschen in einem Gebiet, das von Uranmunition verseucht ist, dazu konnten wir die Firma oder einfach die NATO als Geschäftspartner gewinnen. Doch wir kooperieren auch mit diversen Telekommunikationsunternehmen. Und haben damit die „de luxe“- Methode entwickelt in unserer jungen Firma Exitus. Willst du mal aus dem Prospekt, das beim Büchertisch erhältlich ist, noch mal vorlesen, wie das funktioniert?

Mr. Grave: „Mein Boss montiert Ihnen höchstpersönlich eine 5G-Sendeantenne an Ihre Hauswand – am besten an die Außenwand des Schlafzimmers. Währenddessen mach ich Sie mit den nächstgelegenen Kliniken, Hospizen in ihrer Umgebung vertraut. Nach der Montage setzen wir uns zusammen und blättern feierlich mit Ihnen den Katalog der Grabsteine durch.“

Er ist ziemlich aufgeregt bei diesem Publikum. Es sind alles potenzielle Kunden natürlich. Ich selbst bin ein bisschen betrübt, denn ich selbst bin natürlich unsterblich und was das Problem ist, bei Superman, in dieser Luft oben, da erkälte ich mich jedes Mal, ich bin jetzt noch ziemlich erkältet vom letzten Flug – huh, wah, da hat es gar keinen Platz mehr drin. Hatschi, oh.

Mr. Grave: „Gesundheit!“

Tut mir leid, ich glaube wir müssen langsam bremsen und diese Firma, wie gesagt, beim Büchertisch, wir wollen euch da gerne in Empfang nehmen und sind gespannt auf die ersten Kunden. Schönen Tag, schönen Abend.