Ewiges Leben in der Ambulanz – Von Julia (37 J.)
Panorama Nachrichten – Juni 2026

Da sass ich also. Ich stützte meinen Kopf ein bisschen erschöpft auf die eine Hand, mit der anderen hielt ich nachdenklich die Hand der lieben Frau, die vor nicht mal einer Stunde einen süssen Jungen zur Welt gebracht hatte. Nur – die müde Mutter lag nicht wie sonst üblich zu Hause auf ihrem Sofa oder in ihrem Bett, sondern auf der Liege der Ambulanz. Oh je, so hatte ich mir den Ausgang dieser wunderschönen Hausgeburt nicht vorgestellt! Zwar war der geburtshilfliche Zwischenfall beim Eintreffen der Ambulanz schon wieder gut unter Kontrolle, aber für eine absichernde Untersuchung schien es doch sinnvoll, noch ins Krankenhaus zu fahren. Die fürsorglichen Rettungssanitäter starteten trotz rundum stabiler Lage sogar das Blaulicht, damit wir etwas schneller ans Ziel kommen. So fuhren wir also mit lautem Düdaaa durch die grüne Frühlingslandschaft.

Dieses Mal konnte mich die schöne Natur aber nicht wirklich aufheitern. Meine Gedanken drehten sich im Kreis: „Was hätten wir besser machen können, damit diese Fahrt nicht nötig geworden wäre? Hätten wir besser so … oder so … oder doch anders …? Warum musste das überhaupt so kommen? Es hatte doch alles so gut gestartet …“ Es war, wie wenn eine kalte Hand nach meinem Herzen griff und mir die Luft abschnürte. Verklagende Stimmen wollten sich breit machen, und es wurde dunkler und dunkler in mir. Moment mal – diesen Mechanismus kannte ich doch! Wie oft schon hatte ich es erlebt, dass ich solch niederziehenden, unwahren Stimmen Gehör verliehen hatte. Die Frucht war aber jedes Mal gleich schlecht gewesen: nämlich eine zügige Blaulicht-Fahrt direkt in den Morast des Unglaubens. Und wie man sich denken kann, hatten meine Abstecher in die Selbstverklagung noch nie irgendjemandem etwas genützt. Wieso sollte ich also dieselbe Runde aufs Neue drehen? Mir stieg eine Passage aus der Freundestreffen-Rede von Schwiegerpapa Ivo auf:

In erster Linie geht es darum, dass wir uns so sehr in Gott einnisten …“

Wann, wenn nicht genau jetzt? Begleitet von dem monotonen Düdaaa, aber mit einem inneren Lächeln, machte ich also im Herzen fest, mich genau jetzt in Gott einzunisten. Genau jetzt, in dieser für mich mühsamen Situation. Lautlos verkündete ich allen niederziehenden und unwahren Gedanken: „Ich versinke jetzt nicht im Schlund des Unglaubens. Die Dunkelheit und quälende Kraft dieser Gedanken beweisen mir, dass sie nicht aus Gottes Quelle entspringen. Ich bleibe also im Herrn und niste mich in Ihn ein – komme, was da wolle.“ Plötzlich waren das Blaulicht und das anhaltende Düdaaa gar nicht mehr schlimm. Ich wusste einfach, dass es gut kommt und in mir wurde es ganz ruhig. So war es für mich dann gar nicht mehr verwunderlich, als alle absichernden Untersuchungen im Krankenhaus nur die besten Resultate ergaben, sodass alle staunten. Danke Herr! 🙂

Ganz so schnell wollte mich der Himmel aber nicht aus meinem Glaubenstraining entlassen. Denn nur kurze Zeit später ereignete sich scheinbar ein zweiter unerwarteter, medizinischer Zwischenfall, mit dem niemand von uns gerechnet hatte. Die Übung blieb allerdings auch im neuen Fall dieselbe: Sich einnisten in diesen grossen Gott – komme, was da wolle. Wieder kehrte diese himmlische Ruhe ein, und wieder lösten sich alle Befürchtungen des Spitalpersonals schliesslich in Luft auf. Halleluja!

Am nächsten Morgen erwachte ich mit grosser Dankbarkeit im Herzen. Aber zugegeben: Obwohl alle äusseren Blaulichter und Düdaaas verklungen waren, blinkte das „innere Blaulicht“ schon noch ein bisschen nach. War die Nacht bei Mutter und Kind gut verlaufen? Ist alles stabil geblieben? Doch der Herr fegte auch noch die letzten unberechtigten Sorgen aus meinem Herzen, indem Er mich mit dieser Passage der Freundestreffen-Rede tief berührte:

„All diese Bosheiten und Qualen haben nur eines hervorgebracht: Ich darf als Frucht den ewig Liebenden, den einzig Wahrhaftigen und Getreuen, den einzig Reinen und Vollkommenen, den einzig wirklich Mächtigen, Gewaltigen und Starken erfahren. Ich darf mit dem vereinigt sein, der der Gesamtgerechte, Gesamtgute, endlos Herrliche und immer noch herrlicher Werdende ist.

Ivo sprach an dieser Stelle in erster Linie von Bosheiten und Qualen durch Menschen, die ihm und uns nachstellen und uns das Leben immer wieder schwer machen. Aber plötzlich sah ich, dass auch alle „Qualen des Alltags“ – wie zum Beispiel die Blaulicht-Fahrt in der Ambulanz und alle Prüfungen des vergangenen Tages, sowie alle gleichwohl überfordernden Situationen – diese gute Frucht hervorbringen wollen: Nämlich diese tiefe Vereinigung mit unserem wunderbaren Gott, ganz egal wie die äusseren Umstände sein mögen! Ich kam zum Schluss, dass dies das ewige Leben sein muss, wenn uns kein einziger Umstand mehr von Ihm trennen kann und wir uns jeden Moment in Ihn einnisten können. Wenn wir in Ihm bleiben, dann erleben wir selbst in der Blaulicht-Ambulanz ewiges Leben! Ich möchte jene einmalige Fahrt jedenfalls nie mehr missen …

Wenn auch Du Dich für die nächste Blaulicht-Fahrt Deines Alltags wappnen möchtest, dann kann ich Dir nur empfehlen, die Freundestreffen-Reden von Ivo in ganzer Länge anzuhören (www.kla.tv/41275). Sie betten Dich tief in die Allmacht Gottes ein! Diese Vereinigung mit Gott, dieses tiefe Erfahren Seiner Gegenwart wünsche ich Dir in allen kleinen und grossen Blaulicht-Fahrten Deines Alltags.

Deine Julia

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