Urgrund einer Seenot Von Stefanie (34 J.)
Panorama-Nachrichten – Juni 2026

Gleich nach dem großartigen Osterevent, an welchem wir ein Dokudrama sowie zig andere Dinge produzierten¹, fuhren wir als Familie ins Trockendock². Mit viel Freude und guten Vorsätzen startete ich in unsere gemeinsame Familienzeit.

Elias und ich trafen zu Anfang unseres Trockendocks die Abmachung, dass wir unseren drei älteren Mädchen morgens etwas mehr Freiheit lassen, damit uns beiden mehr Zeit für die persönliche Stille Zeit bleibt. Weil ich es gewohnt war, dass mir meine Mädchen morgens einige Dinge schon sehr selbstständig abnehmen, war ich zuversichtlich, dass die Abmachung klappen würde.

Als ich dann eines Morgens in die Küche kam, um Javids (1 Jahr) Frühstück vorzubereiten, war keine Spur von Ordnung und Frieden, wie ich es sonst von zu Hause kannte 🙁 .

Sogleich setze ich meine Mädchen (Tiffany 5 J., Janice 4 J. und Elina 2 J.) aufs Sofa, umkreiste mit ihnen die Unruhe und konnte gerade noch alles in Ordnung bringen, bevor Elias etwas davon mitbekam. Jeden Tag wiederholte sich aber dieselbe Geschichte.

Statt also morgens in die Ruhe einzugehen, schielte ich mit einem Auge in die Küche, um Streit und Unordnung zu schlichten. Doch Fakt war: Je mehr ich versuchte, den Kindern unter die Arme zu greifen, desto schlimmer wurden jeweils die Unordnung und die Unruhe.

Einige Tage später hörte ich mir eine Botschaft aus dem Jahr 2001 mit dem Titel „Urgründe der Seenöte“³ an. Hier gingen mir die Kronleuchter auf. Mein Schwiegervater erläutert dort anhand Matthäus 14,22 ff, wie es kommt, dass wir uns manchmal (geistlich gesehen) wie die Jünger in einer Art „Seenot“ befinden. Botschafts-Zitat: „Jeder Seenot geht ein Ungehorsam Gott gegenüber voraus: Einfach nicht das tun, was ER sagt. Nicht genau hinhören. Sich nicht in den Weisungen Gottes drin befinden. Das ist der Urgrund aller Seenöte. (…) Wir sind oft nicht bereit, diametral, entgegen unserer eigenen Wünsche, entgegen unserer eigenen Empfindungen, entgegen unseres eigenen Willens zu laufen, zu fahren und zu rudern. Und das ist der Grund, warum diese Seenöte kommen.“

Auch wenn es mir nicht ganz leicht fiel, wollte ich mich ab jetzt also an unsere Abmachung halten und nicht immer doch den scheinbar einfacheren Weg gehen, indem ich jede Unruhe der Kinder grad selber ausbügelte. Und so erlebte ich, dass Elias und ich im rechten Moment alle Kraft und alle Freude hatten, mit den Kindern wieder Ruhe und Ordnung zu schaffen.

Zwar wollte bei den Kindern noch nicht sogleich die übliche Selbstständigkeit zurückkehren, durch den Glauben bekam ich aber die Kraft, auch weiterhin in der Abmachung zu bleiben und den Weg der Veränderung mit meinen Kindern zu gehen, auch wenn das Problem offensichtlich noch nicht ganz gelöst war. Ich war zuversichtlich, dass der HERR auch an ihren Herzen wirken würde.

Wie gut, dass der Herr die Unruhe dann noch etwas tiefgreifender und „nachhaltiger“ anging, als wir Eltern es vermochten: Als wir erst wenige Tage wieder zu Hause waren, kam ich eines Abends aus dem Büro und fand eine Haarsträhne auf der Treppe liegen.

Zuerst fiel mir nur Tiffany mit der Küchenschere in der Hand und einem kurz geschnittenen Pony auf. Anschließend realisierte ich, dass Tiffany auch Elina und Janice einen sehr kurzen Pony geschnitten hatte. Im ersten Moment war ich am Boden zerstört − es sah wirklich nicht so schön aus 🙁 − realisierte dann aber, dass der HERR diese Situation wohl zugelassen hatte, um etwas weit Höheres bezwecken zu können: Ganz von selbst verstanden die Kinder nun, dass sie den Friedensstrom schon über eine längere Zeit verlassen hatten, und es hielt eine bleibende Umkehr in den Kinderherzlein Einzug. Und da Haare bekanntlich nicht so einfach über Nacht nachwachsen, wurde ihre Erkenntnis automatisch mit dem täglichen Blick in den Spiegel verinnerlicht und gefestigt 🙂 .

Seither sind vor allem die beiden größeren Mädchen wie ausgewechselte Handschuhe: Sie packen sogleich wieder fleißig mit an, wenn ich sie darum bitte. Sie sind besorgt umeinander und spielen wieder ohne eine Zankerei stundenlang für sich. Vor allem Tiffany, welche die Haarschneide-Aktion angeführt hatte, bekam dadurch eine tiefere Berührung mit dem HERRN und erzählte mir ein paar Tage später: „Weißt du Mami, ich habe dich einige Male gefragt, wie ich endlich wieder lieb sein kann … Nach dem Haare-Abschneiden habe ich gemerkt, dass ich mich nicht anstrengen muss lieb zu sein, ich muss es einfach tun!“ Wie recht sie doch hatte und wie einfach es doch sein kann!

Eines möchte ich Dir noch erzählen: Diese Woche kam Tiffany frühmorgens freudestrahlend und bereits hübsch angezogen und schön frisiert in mein Büro und erzählte mir, dass sie schon lange Stille Zeit gemacht habe und ich unbedingt mitkommen müsse. Sie führte mich an der Hand in die Küche, zeigte mir das Frühstück, das sie bereits für ihre Schwestern vorbereitet hatte, die Spülmaschine, die bereits ausgeräumt war und als Tüpfelchen aufs i: Elias’ Frühstückstablett mit einem leckeren Joghurt-Müsli und einem perfekt weichgekochten Ei, das sie soeben zu Elias bringen wollte. Und weil die Kinder an einem anderen Tag alle ihre Ämtchen ohne mein Dazutun in einem Bruchteil der Zeit erledigten und mich tatkräftig beim Wochenputz und vielen weiteren Pflichten des Tages unterstützten, konnte ich mein Tagespensum bereits am frühen Nachmittag abschließen und war frei, mehrere Stunden mit ihnen zu spielen. Das freute die Kinder, sodass sie versicherten, dass sie dies ab jetzt immer so machen wollen … 🙂

Ich bin so dankbar, dass ich einmal mehr der Führung Gottes vertrauen konnte, indem ich mich einfach an unsere Abmachung hielt, auch wenn die ersehnte „Frucht“ bei den Kindern nicht sogleich eintraf. Zwar wurden wir als Familie, in den Worten der Botschaft ausgedrückt, von einer kleinen „Seenot“ erfasst, aber auf diese Weise konnte der Herr eine bleibende Frucht an den Kindern wirken – und ab meiner Entscheidung viel schneller und viel tiefer als ich das je gekonnt hätte.

Liebe Grüße,

Steffi

1 Siehe www.panorama-film.ch/spielfilm-gemeinsam-einsam oder www.kla.tv/41064

2 So nennen wir unsere Ferienzeit, in der wir sowohl unser persönliches, als auch das Familien-„Schiff“ aus dem Wasser (= Alltagsbetrieb) nehmen, um alle Löcher oder Mängel zu reparieren und uns neu auszurichten.

3 Auch diese Botschaft steht Dir demnächst auf www.akademie.ocg.life zur Verfügung!

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