Vom grünen Tisch – Von Julia (37 J.)
Panorama Nachrichten – August 2026
Vielleicht bin ich mit dieser Erfahrung nicht ganz die einzige auf dieser Erde. Aber ehrlich gesagt ist mein Leben bis hierher um einiges anders verlaufen, als ich mir das früher vorgestellt hätte …
Viele Wünsche und Träume sind über Bitten und Verstehen auf herrliche Weise in Erfüllung gegangen, andere wiederum nicht. Ein fixer Plan und grosser Wunsch von mir war, eine eigene Familie zu gründen mit vielen Kindern. Aus diesem Wunsch habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Auch jeder schwangeren Frau, die mich als angehende Hebamme nach eigenen Kindern gefragt hat, habe ich prompt und fröhlich geantwortet: „Noch habe ich keine Kinder, aber ich möchte gerne mal vier Kinder plus … haben!“ Doch nun ist dieser Teil meines Lebens anders gekommen, als ich mir das ausgedacht hatte. Ich bin unterdessen 37 Jahre alt und habe genau 0,0 Kinder J. Wenn ich heute mit derselben Frage konfrontiert werde, dann kommt meine Antwort gemächlicher und vielleicht auch demütiger: „Nein, ich habe keine Kinder und habe keine persönlichen Erfahrungen mit Geburten. Alles, was ich über das Gebären weiss und erzähle, rede ich genau genommen vom grünen Tisch.“ Da schmunzeln die schwangeren Frauen meistens, weil die Antwort ja auch nicht 100 % stimmt :).
Dass mein Leben unerwartet anders verlaufen ist als gedacht, hat mich ehrlich gesagt schon manche Träne und manche traurige Stunde gekostet. Ich habe den Herrn oft gefragt, warum Er mir diesen Kindheitstraum nicht erfüllt. Er hat mir doch diesen Wunsch ins Herz gelegt. Warum ist er bis jetzt nicht Wirklichkeit geworden? In diese immer wiederkehrende Not hat der Herr kürzlich sehr tief mir zu meinem Herzen gesprochen und ich verstand: Das ist doch kein Zufall, dass dieser Wunsch bis jetzt nicht erfüllt wurde! ALLES in meinem Leben trägt Seine Handschrift. Und wenn Er mir diesen Wunsch bis jetzt nicht erfüllt hat, dann vielleicht nur, weil ich aktuell etwas anderes lernen darf! Nämlich IN JEDEM MOMENT MIT IHM MITZUFLIESSEN! Ganz egal, ob ich eine eigene Familie habe – ODER NICHT! Ganz egal, ob ich gerade bekomme, was ich möchte – ODER NICHT! Ganz egal, ob mein Leben gerade so verläuft, wie ich es geplant habe – ODER NICHT! Besonders in den „ODER-NICHT“-Momenten dürfen wir uns umso mehr Ihm anvertrauen. Denn Er weiss viel besser als wir selber, was wir brauchen – oder was unser Umfeld braucht, oder was diese Weltlage braucht.
So habe ich mich entschieden, mein Leben diesem grossen Gott wieder ganz hinzugeben; weich, lenkbar, gefügig und „angeschmiegt“ zu bleiben. Ich habe mich neu von Ihm gewinnen lassen, alle eigenen Vorstellungen hintenanzustellen und kindlich an Seiner grossen Hand zu gehen. Ihr könnt bestimmt erraten, was die Folge war: Ab diesem Moment war ich wieder total glücklich, befreit und unbeschwert. Ich war dem Herrn gefühlt so nahe und das füllte jeden Mangel bei weitem auf. In jedem Detail erkannte ich Sein Wirken und der innere Trieb zur Hingabe ohne Bedingungen und ohne eigene Vorstellungen war neu da. Ich sah mit geöffneten Herzensaugen plötzlich wieder die grosse Familie, die ich im Organismus habe und die vielen „Kinder“, die mich da tagtäglich brauchen und auf mich angewiesen sind. Ich sah auch wieder, wie wunderbar der Herr mein ganzes Leben bis hierher gelenkt hatte und dass jede Fügung ein absolutes Geschenk war! Er selber hat mich doch durch tausend Wunder exakt an diesen Platz gestellt, wo ich sein und Ihm dienen darf … ♥
Hier könnte ich meinen Bericht eigentlich beenden. Happy End! Aber es geht noch ein bisschen weiter, und ich möchte Dir auch noch den nächsten Schlüssel verraten, den ich bekommen habe. Irgendwann war diese tiefe Gottesberührung nämlich nicht mehr so nah. Unmerklich schoben sich wieder ein leiser Unglaube und eine feine Auflehnung zwischen den Herrn und mich. Und sofort war die alte „Bedrückung“ über meinen Zustand zurück. Eine unruhige innere Suche nach Gottes Weisung in diese Situation hinein begann – und endete natürlich ohne Erfolg. Nanu, das konnte doch nicht sein!
Wieso war der Herr so still? Da stolperte ich über einen Satz aus einer internenBotschaft von Ivo, die eigentlich ein total anderes Thema behandelte und die ich aus einem ganz anderen Grund nochmals durchstudierte. Aber so ist unser wunderbarer Herr – Er pickte genau dort einen Satz für mich raus, der mich total elektrisierte und mir meinen „Rückfall“ erklärte. Ivo sagte dort: „Passt auf, was Gott euch als Rhema gegeben hat, was funktioniert und was nicht, und lasst euch das nicht aus der Hand nehmen. … Es gibt nichts unter diesem Himmel, was nicht angefochten wird.“
Ach soooo! Statt in der neuen Situation innerlich fest zu bleiben und die erhaltene Offenbarung (man nennt das auch „Rhema“, d. h. ein hochhebendes, befreiendes Sprechen Gottes mitten ins Herz und in die aktuelle Lebenssituation hinein) wieder zu erwecken, habe ich nach einer NEUEN Lösung gesucht. Dabei gibt der Herr Sein wunderbares Sprechen doch genau für diese Prüfungsmomente im Alltag, wo alles grad nicht mehr so einfach ist. Genau dort wird erprobt, was man vorher in allen Formen und Farben gesehen hat. Wohl dem, der genau dann den empfangenen Schlüssel festhalten, im Schlüsselloch umdrehen und die Türe öffnen kann, statt sich verzweifelt auf die Suche nach einem neuen Schlüssel zu begeben – den es nicht gibt! Ich darf also genau dann, wenn wieder mal ein schwerer Gedanke aufkommen möchte, meine Gottesberührung wieder in Erinnerung rufen und mich freuen, dass ich in diesem neuen „ODER-NICHT“-Moment wieder mit Ihm mitfliessen darf. Dort gibt es nämlich nie auch nur den kleinsten Mangel! Ich war so dankbar, dass der Herr mir die Augen aufs Neue geöffnet und sich die Wolke zwischen Ihm und mir wieder aufgelöst hat.
Ich bin also wieder ganz freudig dran, in allen „ODER-NICHT“-Momenten gefügig und dankbar, mit dem Herrn mitzugehen. Das ist das Allerschönste, was es gibt. Dann sind plötzlich alle anderen Umstände gar nicht mehr so wichtig und man sieht all das Gute, dass der Herr gerade am Wirken ist. Das möchte ich fortlaufend üben und treu festhalten. Weil dann kann ich – mindestens auf diesem Gebiet – von ständig neuen Gotteserfahrungen zeugen und muss nicht vom grünen Tischerzählen … 🙂
Von Herzen
Eure glückliche Julia
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