Aus Beziehung leben – Von Stefan & Noemi (36J.)
Panorama Nachrichten – August 2026
Von Noemi: Etwas, das ich sehr liebe, sind Gebetsspaziergänge im Wald. Heute war ich auf meinem Spaziergang schon länger unterwegs und war ziemlich vertieft im Gespräch mit dem HERRN. Eine Begebenheit forderte mich gerade sehr heraus. Ich rang vor dem HERRN, wie ich den Schmerz in meiner Seele überwinden kann, den die erlebte Situation mit sich brachte. So tigerte ich Stunden durch den Wald, betete, proklamierte, erwartete ein Reden und lag dem HERRN in den Ohren, dass ich die „verletzte Seele“ und alles, was mich herausforderte, ein für alle Mal überwinden kann.
Eigenartig war, dass ich mich nach dem Spaziergang nicht ganz so befreit fühlte, wie ich das sonst erlebte, wenn ich im Gebet war. Doch ich ging im Glauben in meinem Alltag weiter.
Einige Tage später hatten Stefan und ich ein Gespräch mit Daniela und sie sprach davon, was Beziehung für eine so unfassbar gewaltige Ebene ist, im Gegensatz zum „Alles-recht-Machen“. Ich fand alles, was sie sagte, sehr gut, konnte es in dem Moment aber nicht wirklich auf mich anwenden. Wieder ein paar Tage später las ich in der Stillen Zeit im Büchlein von Papa „Vollendet in IHM“: „… Denn mit einem Opfer hat ER die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.“ (Hebr. 10,14). „… Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leiblich herab, und ihr seid IN IHM Vervollständigtwordene“ (Kol. 2,10). „Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Mt. 5,48). (…) Es gibt für uns einen vollkommenen Wandel in Christus, weil unser Glaube und auch sämtliche Werke aus Ihm hervorgehen! Unsere Misserfolge in der Heiligung und in der Vollkommenheit Christi kommen auch daher, weil man uns so gelehrt hat, als müssten wir für Gott selber etwas wollen oder wirken können. Doch die Heilige Schrift sagt: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Vollbringen zu seinem Wohlgefallen bzw. über euren guten Willen hinaus.“ (Phil. 2,13)“
Als ich dieses Kapitel las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, was Daniela von der Beziehung erzählte: Ich sah mich auf einmal wie eine Karikatur, wie ich durch den Wald tigerte, dass der HERR mir hilft, damit ICH mit meiner Seele fertig werden kann. Damit ICH MICH überwinden kann und mit allem fertig werde! Ja, ich tigerte herum, damit ER mir dabei hilft, dass ICH alles „für IHN schaffe“, damit ER dann „zufrieden“ mit mir ist ☹️! Ich erschrak, wie Ich mich in dieser ganzen Zeit KEIN EINZIGES MAL einfach in die Arme des HERRN fallen liess, um aus tiefer Beziehung zu IHM an SEINEM HERZEN zur Ruhe zu kommen. Ich schmiegte mich kein einziges Mal einfach an IHN an und erinnerte mich, dass ER JA SCHON ALLES KOMPLETT FERTIG VOLLBRACHT HAT und ich jetzt Anteil an SEINER ganzen Vollkommenheit nehmen darf – und zwar genau IN dieser Situation, die ich erlebte! In IHM ist in allem, was mich herumtrieb, schon alles per sofort vollkommen gemacht und der Punkt gesetzt, dass es nicht eine Endlos-Schlaufe gibt!
Es fiel mir wieder neu wie Schuppen von den Augen, was der Unterschied zwischen wirklicher BEZIEHUNG zu IHM − wo in IHM als Person schon alles vollkommen gemacht ist − im Gegensatz zum „Alles-gut-Machen FÜR IHN“ ist! Ja, ich war auf einmal beschämt, dass man im Alltag so vieles in Freimut „aus IHM nehmen und mit IHM leben“ kann und trotzdem das „aus Liebe und Beziehung zu IHM leben“ so verlieren kann! Doch im Zurückkehren zu dieser tiefen Liebe und Beziehung zu IHM, wo ER als Person wieder alles in allem vollkommen ist, war der ganze „Spuk“ meiner innerlichen Not in einer Sekunde erledigt!
Ja, in IHM IST die GANZE VOLLKOMMENHEIT schon DA – wir müssen sie IHM nicht bringen können, sondern dürfen aus Beziehung und Gnade an SEINEM Herzen zur Ruhe kommen – und die ganze Vollkommenheit aus IHM als Person schöpfen!
Von Stefan:
Ich habe auch eine spezielle Erfahrung gemacht, was das Thema „aus Beziehung leben“ betrifft: Damit nicht alle von unserem Team in Walzenhausen gleichzeitig im Urlaub sind, haben wir schon etwas länger ein „Urlaubs-Schaufelrad“ eingerichtet. Wir wechseln uns ab, sodass immer ein Teil von uns den Betrieb aufrechterhalten kann, während die anderen im Urlaub sind. Für mich ergaben diese Zeiten bislang immer Raum, um spezielle Projekte oder Anliegen an der Dienstbasis zu realisieren, da in diesen Zeiten die gemeinsamen Sitzungen meist aufs Minimum reduziert wurden. So plante ich für die nächste Urlaubszeit wieder so einiges an Spezialprojekten ein. Mein Kalender füllte sich immer mehr mit Anliegen, die ich anpacken wollte. Ich sah viele Aufträge und merkte zu Beginn gar nicht, wie mich meine Planung immer mehr bedrückte und ich einen Tunnelblick bekam. So war es nicht verwunderlich, dass ich ausgerechnet die erste Team-Besprechung für diese Zeit vergass und zu spät dazustiess 🙈.
Wir merkten in der Sitzung zusätzlich, dass es besser passt, wenn wir dieses Mal während der Schaufelrad-Urlaubszeit den normalen Sitzungslauf dennoch weiter aufrecht erhalten. So gab es keine grosse Veränderung zum normalen Lauf. Das brachte mich natürlich etwas ins „Wuchten“ und meine ganze Planung schien nicht mehr aufzugehen. Das Gespräch mit Daniela, das Noemi vorhin genannt hatte, löste dann etwas sehr Gutes in mir aus. Ich sah auf einmal wieder, was der Unterschied ist, ob ich mich von den Anliegen und Projekten leiten lasse, oder von der Beziehung zum HERRN, indem ich in jedem Moment frage: „HERR, wie siehst DU es mit der Planung? Was ist jetzt Deinem vorherbereiteten Plan gemäss genau dran?“
Ich ging angesichts meiner Planung wieder ganz in die Beziehung zum HERRN und zu meinem Umfeld ein und wechselte die Ebene, weg vom „Alles-treu-erledigen Wollen“ hin auf „Beziehung“. Der HERR wirkte dann einen Zug in mir, als Erstes alle Anliegen, die von meinen Geschwistern um mich herum in dieser Zeit kamen, zu bewältigen. Ich nahm von Herzen an allen Sitzungen teil und spürte, dass der HERR kein „grünes Licht“ gab, an meine eigenen Projekte zu gehen. So ging ich einfach aus Beziehung mit diesem Wirken des HERRN mit. Spannend war dann, dass ab dem Moment, wo alle wieder im Haus waren, und normalerweise immer die intensivere Zeit mit Übergaben und Rückbesprechungen beginnt, genau das Gegenteil geschah. Es gab sehr schnell kaum Sitzungsbedarf mehr, sodass ich spürte, dass der HERR genau JETZT – wo es mir menschlich völlig unlogisch schien – den Zeitpunkt vorherbereitet hatte für meine eigenen Projekte. Es war dann eine richtige Salbung auf den Projekten, und im Nu waren die ganzen Berge in einer totalen Leichtigkeit versetzt.
Ich durfte wieder neu erfahren, was der Unterschied ist, ob ich ohne Beziehung „meine“ Berge abtrage für den Herrn, oder aus Beziehung IHN frage und ruhig werde – bis ich spüre, was ER schon seit Urzeiten vollkommen geplant hat und darin aus Liebe mit IHM mitgehe!
Diese Beziehung und Ruhe in IHM wünschen wir auch Dir in allen Herausforderungen oder Nöten, die vielleicht auch Du hast! In IHM ist alles vollbracht, dass wir gemeinsam nicht nur uns selber, sondern auch diese ganze Welt wieder in die Ruhe und in den Frieden in IHM bringen können!
Deine Stefan & Noemi
P.S.: Lese-Empfehlung: Kapitel „Vollendet in IHM“ aus der gleichnamigen Broschüre oder das Kapitel „Die erste Liebe“ aus dem Buch Gläubig oder Glaubend












