Panorama-Nachrichten – Oktober 2020

Fortsetzung Auszug aus der Broschüre „Militärdienst mit Sinn“

Sinn des Vorbilds

Start meiner Rekrutenschulzeit im Oktober 2015

von Jan-Henoch, damals 21 J. 🙂

(…) So weihte ich mich dem HERRN JESUS jede Woche aufs Neue, wenn ich wieder in der Militärmontur dastand und mich von meiner lieben Familie verabschieden musste. Mit inneren Gebeten trat ich die Reise an: „Vater, hier ist Dein Geist. Herr Jesus, hier ist Deine Seele. Heiliger Geist, hier ist Dein Leib! Komm Herr Jesus und lebe mich von Moment zu Moment aus, dass ich mit Deinen In-Entstehungen und Wirkungen des Geistes mitfliessen kann … Amen!“

Als wir dann bereits in der ersten Formation auf dem Militärgelände standen und ich mein neues Umfeld betrachtete, dachte ich mir zuerst: „Meine Güte, in was für einer Welt bin ich denn hier gelandet? Wo sind fröhliche, glückliche Menschen, wie ich es zu Hause und in der OCG kenne? Im ersten Moment traf mich der Schock… Doch da es nie auf die äusserlichen Umstände ankommt, dankte ich gleich zuerst einmal dem Herrn dafür, wie es in 1. Thess. 5,18 geschrieben steht: „Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ Unser Schulkommandant begrüsste uns dann mit deutlichen Worten: „Ich dulde keine Halbheiten! Ich erwarte von Ihnen Disziplin, dass Sie mitmachen und Einsatz zeigen!“ usw. Unser Einsatz wurde dann schneller als gedacht erprobt und zwar bei Nacht und Kälte, als z.B. die Übung „Feueralarm“ losging und wir uns in Kürze draussen versammeln mussten – und das bei Minustemperaturen. Ehrlich gesagt, gefielen mir diese nächtlichen Übungen, da die Atmosphäre so mystisch war und der klare Sternenhimmel jeweils über uns leuchtete … 🙂 Was mir aber noch viel mehr gefiel, war anhand dieser ersten Übung zu sehen, was es für einen Sinn macht, wenn Christus in mir ein Vorbild sein kann. In Eph. 6,6-7 fand ich in der täglichen Stillen Zeit gleichsam eine Anleitung dazu: „… nicht als Menschengefällige, sondern als Sklaven Christi, indem ihr den Willen Gottes von Herzen tut! Dient mit Zuneigung/Wohldenken/Gutwilligkeit als dem Herrn und nicht den Menschen!“ Ich spürte, dass es der Wille Jesu ist, dass ich alles, was von mir gefordert wird, als dem Herrn mache. So begann ich, mich von ganzem Herzen zu investieren und stellte fest: Ich kann, egal wo ich bin, immer GEBEND sein! Jesus in mir kann immerzu austeilen und für den Nächsten schauen, dass es ihm gut geht! Jesus in mir ist ein DU-Mensch! So begann ich den anderen zu helfen, indem ich ihre Betten machte und für die anderen das Zimmer reinigte. Beim Essen schöpfte ich nicht nur „für mich“ Salatsauce, sondern auch gleich noch für die nächsten Kameraden. Brauchten die Vorgesetzten einen freiwilligen Helfer, meldete ich mich gleich als Erster, ging in die Risse und stillte ihre Bedürfnisse. So half ich auch den andern die Teller fertig auszuessen, damit wir keine Reste zurücklassen mussten und verteilte den anderen das Trinken. Ich schaute immerzu danach aus, wo ich mithelfen konnte. Bereits bei den ersten Theorielektionen erkannte ich die Fragezeichen in den Augen der Offiziere (im Bezug auf aufgetretene technische Probleme), sodass ich mich jeweils vor der ganzen Kompanie zur Unterstützung meldete. So konnte ich mehrmals die aufgetretenen Probleme lösen, worauf manchmal ein „stimmungsvolles Raunen“ durch die gesamte Kompanie ging. Einer meinte dann: „Sasek, geh nicht immer nach vorne … Du bist sicher schon auf der Liste! Sonst musst Du mehr kämpfen, um nicht „weitermachen“ zu müssen …!“ (Dies sagte er, da man „gezwungen“ werden kann zu einer militärischen Karriere) Doch ich war froh, dass ich immer wieder helfen konnte, das tat mir gut und öffnete auch die Türe zu den Herzen meiner Kameraden und Vorgesetzten. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Rekruten ohne Waffe gar nicht zu einer Karriere gezwungen werden dürfen! 🙂 (Ich hatte nämlich schon viele Monate vor der Rekrutenschule das Gesuch für waffenlosen Militärdienst eingereicht und die Auseinandersetzungen mit einem Komitee dafür bestanden). Als erneut für einen Dienst Freiwillige gesucht wurden und ich mich als Erster meldete, sagte mein Zugführer mindestens dreimal: „Nein, jetzt müssen mal andere ran! Nicht immer Rekrut Sasek! Sasek, setzen Sie sich wieder …!“ So half ich aber auch freiwillig mit, grosse Toiletten- und Waschräume zu reinigen, die jeweils kontrolliert wurden. Da traf ich auf einen Missstand. Jeweils drei dazu ausgewählte Rekruten mussten täglich, in kürzester Zeit riesige Waschräume reinigen, was unmöglich schien. Die Zeit war zu knapp und dadurch fiel die anschliessende Kontrolle vermehrt „ungenügend“ aus, worauf Tadel und Ermahnung wieder einmal mehr an alle erging. Nebenbei bemerkt hätten einige mithelfen können, die einfach nur rumstanden. Als wir kurze Zeit später beim Besammlungsplatz standen, vernahm ich in mir eine leise Stimme (eine Wirkung des Geistes), die mich motivierte, etwas dagegen zu unternehmen. Ich lief durch die Reihen nach vorne zu meinem Zugführer und fragte ihn, ob ich vor meinem Zug (Kompanieeinheit) etwas sagen dürfte. So stand ich bereits in den ersten Tagen vor alle Kameraden hin und attestierte diesen Missstand und hielt eine Schulung, wie man organisch, gesamtbewusst zusammenarbeitet, dass z.B. wenn jeder mitdenkt und nur etwas Kleines anpackt, wir viel schlagkräftiger und effizienter sind. Ich zählte ihnen einige Beispiele auf, wo man überall mithelfen könnte … Alle hörten mir aufmerksam zu, und das in den ersten Tagen! Danach traf etwas Unerwartetes ein. Das ganze 30er Team liess sich voll dafür begeistern! Als ich fragte, ob das für sie in Ordnung sei, riefen mir alle (vor der ganzen Kompanie, ca. 100 Rekruten) in laut vereinter Stimme „VERSTANDEN!“ zu, obwohl man eigentlich nur seinen Vorgesetzten so antwortet! 🙂 So antworteten sie aber mir gegenüber, obwohl ich doch nur ein gleichaltriger, gleichgradiger Kamerad war und wir uns noch nicht mal recht kennengelernt hatten. Von diesem Zeitpunkt an war ich dann immer wieder schon als Rekrut der Platzanweiser, zeigte meinen Kameraden die Risse und spannte sie mit ein. Und ihr glaubt es nicht, es begann zu funktionieren … 🙂

So kam der Startschuss für eine sinnvolle Militärzeit schneller als gedacht. Als wir zu Beginn einer Sturmgewehrausbildung mit anschliessender Prüfung stramm in der Zweierkolonne standen, fragte ich vor allen meinen Zugführer, was das für mich bedeuten würde, als waffenloser Rekrut. Im selben Moment drehten sich alle Köpfe zu mir und das Missionsfeld war eröffnet. Ich tanzte schnell und oft aus der Reihe, als ganze Gruppen und einer nach dem anderen wissen wollten, weshalb ich waffenlos sei. So schenkte mir der Herr ab da immer wieder Gelegenheiten, in denen ich meine Kameraden aufklären konnte, wie moderne Kriege funktionieren. (Schau Dir dazu unbedingt den kurzen Schulungsfilm auf Kla.TV an über: „Wie funktionieren moderne Kriege?“ https://www.kla.tv/3359.) Dadurch gelang es, ihnen eine neue Perspektive aufzuzeigen, dass hinter sämtlichen Kriegen wie z.B. Irak, Libyen, in der Ukraine usw., Kriegstreiber stecken, die Kriege/Krisen bewusst schüren und ganze Völker gezielt gegeneinander aufhetzten. Es geht dabei um die Profit- und Machtbesessenheit einiger selbsternannter Globalstrategen – etwas einfach auf den Punkt gebracht. Diese tun das vermittels eines gemeinen „Teile und Herrsche“-Prinzips. Unter falschem Vorwand beginnen sich die Menschen gegenseitig zu bekriegen und zu morden, weil sie durch Medienlügen gezielt aufgestachelt und gegeneinander aufgehetzt wurden! Wie viele Menschenleben wurden dadurch aufs Spiel gesetzt! Deshalb schau Dir dazu unseren produzierten Liedclip an: „Wir wollen keinen Krieg!“ und wenn Dir das auch Not macht, verbreite ihn – https://www.kla.tv/4476. So konnte ich jeweils gleich vor mehreren Fragenden und ganzen Gruppen einen „Rundumschlag“ machen und ihnen von unserer ehrenamtlichen, internationalen Familienhilfe und der Aufklärungsarbeit (via Kla.TV /AZK) usw. berichten. Es war die perfekte Plattform zu prägen, denn ich war/bin ja schliesslich „waffenlos“, „handylos“, „freundinlos“ usw. Schon fast ein richtiger „Ausserirdischer“ 🙂 . So scheute ich mich nicht, gleich zu Beginn vor den anderen meine Position zu beziehen und ihnen auch von meinem Glaubensleben, der Beziehung zu Jesus zu erzählen, weil unsere Gespräche immer wieder dahin gipfelten … 🙂

So ging es nicht lange und der grösste Teil der Kompanie wusste, wer Rekrut Sasek war. Einer sagte dann sogar vor den anderen: „Der Sasek ist einfach gescheiter als wir alle zusammen … hätten wir doch auch waffenlos gemacht …“! Innert kürzester Zeit verbreiteten sich diese Gespräche, dass sogar andere aus anderen Zugeinheiten auf mich zukamen und sagten: „Sasek, habe gehört, Du bist gläubig!? Geile Sache!“ und so ergab sich ein Gespräch nach dem anderen! Ich hörte öfters über mich reden: „Der Sasek fällt immer positiv auf … Der Sasek ist anders als die andern …“ Im Klassenzimmer hörte ich hinten jemand sagen: „Wenn einmal Krieg ausbricht, dann wird Sasek als General eingesetzt … Dann werden wir alle ihm dienen und er wird uns dann einsetzen …“, daraufhin mussten wir alle schmunzeln :). Tipp: Immer wieder bedaure ich, dass Jugendliche in meinem Alter, die eigentlich über die gesamte Kriegstreiberei etc. Bescheid wissen, sich dennoch für eine Waffe entscheiden und mit der breiten Masse mitgehen! Leider stellte ich in der Vergangenheit vermehrt fest, dass für viele eine waffenlose Militärdienstzeit nicht mal in Frage kam, weil ihnen ihr eigener Spass an einer Waffe und das Interesse daran wichtiger waren. Diese erlebten dann einerseits nicht ansatzweise so viel Erweckung in der Dienstzeit wie ich und meine Brüder. Dazu kam, dass sie zu einer militärischen Karriere gezwungen wurden und dadurch viele Monate nicht mehr verfügbar waren für den eigentlichen Dienst … Ich kann Dich nur ermutigen – falls Du auch mal ins Militär gehen solltest – es uns gleich zu machen und ein unverrückbares Zeichen zu setzen gegen diese Kriegstreiberei! Dadurch begann meine Rekrutenschule richtig Sinn zu machen, weil ich mich schon im Vorfeld vor einem Prüfungskomitee durchsetzen musste! 🙂 Es hilft uns auch authentisch zu sein, wenn wir von einer neuen Welt und einer Königsherrschaft Gottes sprechen – die ohne Waffengewalt funktioniert, in Frieden und Harmonie! Es macht zudem auch nicht nur deine Vollpackung leichter, sondern auch das Marschieren … und Dein Herz :). Zusätzlich dürfen die Vorgesetzten waffenlose Rekruten auch nicht zu einer militärischen Karriere zwingen – das habe ich erst im Nachhinein erfahren! Ich hatte für meine Konsequenz also nur Vorteile geerntet. Sogar hohe Offiziere drückten Ihre Hochachtung mir gegenüber aus … 🙂

Durch das fleissige Geben, in die Risse Gehen und den anderen Helfen, gab es so richtig eine Welle, die alle anderen mitriss. Bereits in den ersten paar Tagen entstand dann solch ein guter Teamgeist, dass Kameraden kamen und mir verschiedenste Dinge von ihnen anboten. So begannen auch meine Kameraden sich um das Wohl anderer zu kümmern. Wir „rangen“ uns förmlich darum, wer die Abfälle wegbringen dürfe, wo vorher kaum jemand freiwillig einen Finger rühren wollte. 🙂 Das sind doch viel schönere Nöte als Streit und Spaltung und Egoismus … Es entstand so eine gute Atmosphäre, dass immer mehr zu mir kamen und mich fragten: „Was kann ich noch helfen?“ oder sie begannen sich gegenseitig Gutes zu tun. Unser Theorielehrer unterrichtete bereits mehrere Jahre an diesem Ort und drückte bei jeder neuen Gelegenheit wieder aufs Neue aus, dass er noch nie eine so gute Klasse gehabt hätte – dies, obwohl er jährlich mehrere Klassen ausbildet. Anhand der ersten Woche möchte ich den Sinn des Vorbilds zusammenfassen: Diese verdorbene Welt braucht Vorbilder, die mit gutem Beispiel der Tat vorausgehen und ihr gesamtes Umfeld prägen und wegführen von diesem tief verankerten Egoismus und Selbstzweck. Wir können unser gesamtes Umfeld beeinflussen und verwandeln. Anstatt dass alles immer mehr von diesem Tod beherrscht wird, beginnen wir Leben, Licht, Hoffnung und Liebe zu verbreiten, die dem Teufel den Wind aus den Segeln nehmen. Und dieses Vorbild kann nur Er in Dir und in mir sein. Das macht wirklich Spass und gibt unserem Leben erst richtig Sinn.

Fortsetzung folgt 🙂

Liebe Grüße

Jan-Henoch

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